13 Jahre Gefängnis für Ex-Interpol-Chef Meng

Als Erfolg hatte Chinas Führung die Berufung von Meng Hongwei im November 2016 zum Interpol-Chef gefeiert. Doch dann fiel er in Ungnade. Jetzt verurteilte ihn ein Gericht wegen Korruption.

Der frühere Chef der Internationalen Polizeiorganisation Interpol, Meng Hongwei, ist in China wegen Korruption zu 13 Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht in der nordostchinesischen Stadt Tianjin verhängte zudem eine Geldstrafe in Höhe von zwei Millionen Yuan (260.000 Euro). Die Richter befanden Meng für schuldig, im Gegenzug für Gefälligkeiten Bestechungsgelder von insgesamt mehr als 14,46 Millionen Yuan (1,86 Millionen Euro) angenommen zu haben. Die Anschuldigungen beziehen sich auf die Jahre zwischen 2005 und 2017. Meng war in dem Zeitraum Leiter der Marinepolizei beziehungsweise stellvertretender Minister für öffentliche Sicherheit in China.

Ende September 2018 war Meng von Frankreich aus – er lebte in Lyon – in die Volksrepublik geflogen. Dann verschwand er, seine Frau Grace meldete ihn als vermisst. Der Fall sorgte international für Aufsehen. Bis zu diesem Zeitpunkt galt der heute 66-Jährige in China als politischer Hoffnungsträger. Die Führung in Peking assoziierte mit seinem Amt als Interpol-Chef mehr Macht auf der globalen Bühne. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warf den Behörden vor, Interpol für die Fahndung nach chinesischen Dissidenten und Aktivisten zu benutzen.

Sei Ende 2012 läuft unter dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping eine groß angelegte Anti-Korruptionskampagne. Zahlreiche hochrangige Politiker, Funktionäre und Militärs wurden seither verurteilt. Kritiker sehen dahinter eine Strategie, missliebige Gegner loszuwerden, um die Macht Xis zu festigen.

se/sti (rtr, ap, afp)  21. Januar 2020

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