Angreifer nehmen 150 Geiseln in Kabul

AFGHANISTAN ⋅ Mehrere Angreifer haben im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul einen Tempel der Sikh-Religion gestürmt. Dabei brachten sie am Mittwoch mindestens 150 Menschen in ihre Gewalt.

“Die Angreifer haben etwa 150 bis 200 Menschen als Geiseln genommen, darunter auch Frauen und Kinder. Die Gottesdienstbesucher gehen normalerweise früh am Morgen in den Tempel”, sagte ein Vertreter der Sikh- und Hindugemeinschaft im afghanischen Parlament der Nachrichtenagentur DPA. Eine weitere Politikerin bestätigte die Zahl der Geiseln.

“Selbstmordattentäter sind heute Morgen um 07.45 Uhr (Ortszeit) in den Sikh-Tempel in der Shorbazar-Strasse im Polizeibezirk Eins der Stadt Kabul eingedrungen”, hiess es aus dem Innenministerium. Kurz darauf seien Sicherheitskräfte am Ort des Geschehens eingetroffen.

“Der erste Stock des Tempels ist geräumt worden. Eine Reihe von Menschen wurde gerettet. Die Spezialeinheiten sind besonders vorsichtig, da es sich um einen zivilen Bereich handelt. Das Gebiet wurde abgeriegelt”, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

TALIBAN DEMENTIEREN

“Bislang haben wir keine Nachrichten aus dem Inneren (des Tempels). Ich kenne keine Einzelheiten, vor allem nicht die Zahl der Angreifer. Leider leben auch Familien in der Nähe des Gotteshauses”, sagte Anarkali Honaryar, Sikh-Politikerin und Mitglied des afghanischen Parlaments.

Die islamistischen Taliban dementierten, für den Angriff verantwortlich zu sein, wie der Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid auf Twitter mitteilte.

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