Berichte über Militärputsch in Gabun

Panzer in den Straßen von Libreville, der Hauptstadt des westafrikanischen Landes Gabun: Die Armee nutzte nun den Umstand, dass sich der Staatschef außer Landes befindet. Die Lage seitdem ist etwas unübersichtlich.

Während der Abwesenheit von Staatschef Ali Bongo hat das Militär im westafrikanischen Gabun am Montagmorgen im Staatsradio eine Botschaft verlesen lassen und die Einsetzung eines “nationalen Rates zur Erneuerung” verkündet. Zeitgleich waren rund um das Rundfunkgebäude in der Hauptstadt Libreville Schüsse zu hören, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Panzer blockierten kurz darauf den Zugang zu der Straße, an der das Gebäude liegt.

Familiensache

Ein auf Twitter verbreitetes Video zeigt Bewaffnete in Uniform, die behaupteten, die Macht ergriffen zu haben. Die Familie Bongo regiert das ölreiche Land, eine ehemalige französische Kolonie, seit rund 50 Jahren.

Bongo selbst hält sich nach einem Schlaganfall derzeit zur medizinischen Behandlung in Marokko auf. Erst im Oktober hatten die Gabuner ein neues Parlament gewählt. Der mutmaßliche Anführer des Putsches, Kelly Ondo Obiang, rief die Bevölkerung nun auf, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. Dem 59-jährigen Staatschef warf er vor, unerbittlich an der Macht bleiben zu wollen. Bongo hatte in einer in Marokko aufgezeichneten Neujahrsansprache versichert, dass er auf dem Weg der Besserung sei und bald zurückkehren werde.

Regierung sagt: Lage unter Kontrolle

Regierungssprecher Guy-Bertrand Mapangou erklärte unterdessen, die Lage sei wieder unter Kontrolle. Vier der Anführer des Putschversuchs seien verhaftet. Kelly Ondo Obiang jedoch befinde sich auf der Flucht. “Aber wir werden ihn bald haben”, so der Regierungssprecher zur DW. 

Sinkende Ölpreise hatten in den vergangenen Jahren zu einer Wirtschaftskrise in Gabun geführt. Trotz der großen Ölvorkommen lebt ein großer Teil der Bevölkerung in Armut.

ml/pg (dpa, afp)

 

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