Israel tötet Anführer des Islamischen Dschihad

Die von Premier Netanjahu genehmigte Aktion wurde von Armee und Geheimdienst Shin Bet ausgeführt. Als Reaktion darauf flogen einmal mehr Raketen aus dem Gazastreifen nach Israel – auch in Tel Aviv heulten die Sirenen.

Israelische Streitkräfte haben Baha Abu al Ata, einen Kommandeur der militanten “Bewegung des Islamischen Dschihad in Palästina”, bei einem Angriff auf sein Haus im Gazastreifen getötet. Dies teilten Vertreter beider Seiten mit. Die militante Palästinenserorganisation bestätigte den Tod von Baha Abu Al Ata und seiner Frau. “Israel hat alle roten Linien überschritten”, hieß es in einer Stellungnahme. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza erlitten zwei Personen bei der Explosion Verletzungen. Das israelische Militär erklärte, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe die Operation genehmigt.

Syriens staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete, dass es auch einen israelischen Raketenangriff auf ein Wohngebäude in der Hauptstadt Damaskus gegeben habe. Dort lebe ein weiterer Kommandeur des Islamischen Dschihad, der unter dem Namen Akram al Ajouri bekannt sei. Zwei Menschen seien getötet worden. Ob auch Akram al Ajouri unter den Opfer ist, wurde bislang nicht bestätigt. SANA berichtete zudem von zwei weiteren Raketenattacken  Israels auf den Großraum Damaskus. Dabei seien sechs Menschen gestorben. 

“Erheblicher” Raketenbeschuss auf Israel

Nach Armeeangaben flogen in Folge der Militäroperation gegen Abu al Ata Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel. Auch in Tel Aviv heulten am Morgen die Sirenen. Die Armee sprach inzwischen von “erheblichem” Raketenbeschuss. Sie stelle sich auf mehrtägige Auseinandersetzungen ein, erklärte  Armeesprecher Jonathan Cornicus. Nach israelischen Medienberichten konnte das Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) mehrere Raketen abwehren. 

Israels Militär hatte zuvor bereits mehr Truppen ins Grenzgebiet verlegt. Nach Medienberichten wurde wegen der Sorge vor Angriffen des Islamischen Dschihad teilweise der Zugverkehr eingestellt. Schulen blieben geschlossen.

Abu Al Ata war der Anführer der Al-Kuds-Brigaden gewesen, des bewaffneten Arms des Islamischen Dschihad im Gazastreifen. An der israelischen Aktion gegen ihn war laut Armee auch der Inlandsgeheimdienst Schin Bet beteiligt. Abu al Ata habe in den vergangenen Tagen Vorbereitungen für “unmittelbar bevorstehende” Terroranschläge auf israelische Zivilisten und Soldaten vorangetrieben. Er habe unter anderem “Terrorsquads” für das Eindringen nach Israel trainiert. Die Operation habe dazu gedient, “eine drohende Gefahr” abzuwenden.

“Abu al Ata war eine tickende Zeitbombe”

“Abu al Ata war verantwortlich für die meisten Aktivitäten des palästinensischen Islamischen Dschihad im Gazastreifen und war eine tickende Zeitbombe”, teilte die Armee mit. “Er hat Terrorattacken angeführt und sich persönlich an ihnen beteiligt sowie an Versuchen, israelischen Zivilisten und Soldaten Leid zuzufügen durch Raketenbeschuss, Scharfschützenfeuer, das Senden von Drohnen und mehr.” Abu al Ata sei verantwortlich gewesen unter anderem für den intensiven Beschuss Anfang Mai, den Raketenbeschuss am 1. November, bei dem ein Haus in der israelischen Stadt Sderot getroffen wurde, sowie Raketenbeschuss auf ein Musikfestival in Sderot Ende August, erklärte die Armee weiter.

sti/se (dpa, rtr)

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