Passagierflugzeug in Teheran abgestürzt, 176 Tote

FLUGZEUGUNGLÜCKE ⋅ Eine ukrainische Passagiermaschine ist am Mittwochmorgen in der Nähe des Teheraner Imam-Chomeini-Flughafens abgestürzt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna hatte die Boeing 737 insgesamt 180 Passagiere und Crew-Mitglieder an Bord.

Über deren Schicksal gebe es noch keine Informationen, hiess es weiter in dem Bericht. Rettungskräfte seien vor Ort. Die Boeing 737 sei in Brand geraten, sagte der Chef der Rettungskräfte Pirhossein Koulivand im iranischen Staatsfernsehen. Möglicherweise könnten einige Passagiere gerettet werden, hiess es. Die Rettungskräfte sprachen von 170 Insassen. Es bestehe kaum eine Chance, Überlebende zu finden, teilte die Hilfsorganisation Roter Halbmond am Mittwoch mit.

TECHNIKFEHLER ALS URSACHE?

Medien zufolge war die Maschine der Airline Mau (Ukraine International Airlines) auf dem Weg von Teheran nach Kiew und stürzte kurz nach dem Abflug ab. Das iranische Staatsfernsehen machte technische Probleme als Ursache für den Absturz verantwortlich, ohne genauer darauf einzugehen.

Die um kurz nach 05.00 Uhr Ortszeit gestartete Maschine mit der Flugnummer PS752 stürzte ersten Erkenntnissen zufolge in ein offenes Feld nahe dem Teheraner Vorort Parand. Wohl auch deshalb gab es zunächst keine Informationen über mögliche Opfer am Boden. Das Flugzeug hätte gegen 08.00 Uhr Ortszeit in der ukrainischen Hauptstadt Kiew landen sollen.

FALSCHE IDENTIFIKATION MÖGLICH

Kurz nach den iranischen Raketenangriffen auf Militärstützpunkte im Irak hatte die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA US-Flugzeugen die Nutzung des Luftraums in Teilen des Nahen Ostens untersagt. Über dem Persischen Golf, dem Golf vom Oman, im Irak und im Iran dürften in den USA registrierte Flugzeuge “wegen erhöhter militärischer Aktivitäten und steigender politischer Spannungen” nicht mehr operieren, hiess es in einer Mitteilung am Dienstag (Ortszeit). Es gebe ein erhöhtes Risiko, das ein Flugobjekt falsch identifiziert werde.

Ob ein Zusammenhang des Absturzes der ukrainischen Maschine mit der militärischen Eskalation des Konflikts zwischen dem Iran und den USA besteht, war zunächst völlig unklar. Wenige Stunden zuvor hatte es einen iranischen Vergeltungsangriff auf US-Soldaten im Irak gegeben.

REVANCHE FÜR TÖTUNG

Die vom US-Verteidigungsministerium bestätigten Attacken auf die amerikanisch genutzten Militärstützpunkte Ain al-Asad im Zentrum des Iraks und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil in der Nacht zum Mittwoch gelten als Revanche für die Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Luftschlag. (SDA/DPA/APA/AFP/REU)

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