Schweden: Koranverbrennung löst Unruhen in Malmö aus

Am Freitagabend ist es in Malmö zu schweren Ausschreitungen gekommen. Der Auslöser war eine rechtsextremistische Aktion, bei der ein Koran verbrannt wurde. Aufgebrachte Menschen setzten in der drittgrößten Stadt Schwedens Autos in Brand und griffen Polizeikräfte an.

Ungefähr 300 aufgebrachte Muslime gingen am Freitagabend in Malmö auf die Straße, um gegen eine Koranverbrennung zu protestieren. Im Stadtteil Rosengård blockierten sie eine wichtige Verkehrsachse.

Die Situation beruhigte sich erst am Samstag gegen 3 Uhr. Einige Beamte erlitten leichte Verletzungen. Die Polizei nahm rund 20 Menschen fest. Laut Medienberichten wurden auch drei mutmaßliche Koranverbrenner festgenommen.  

Zuvor hatte der umstrittene Straßenkünstler Dan Park die Stadtverwaltung von Malmö um die Erlaubnis gebeten, vor dem Islamzentrum im Stadtteil Rosengård eine Kundgebung zum Thema “Auswirkungen der Islamisierung Skandinaviens” durchzuführen. Die Aktion sollte während des Freitagsgebetes stattfinden. Auch Rasmus Paludan, Anführer der rechtsextremen dänischen Partei Stram Kurs (“Harter Kurs”), wurde zu der umstrittenen Demonstration samt Koranverbrennung eingeladen.

Ein Gericht untersagte jedoch die Kundgebung mit der Begründung, dass die Gefahr für den öffentlichen Frieden so groß sei, dass die Versammlungsfreiheit in diesem Fall eingeschränkt werden dürfe. Die schwedischen Behörden belegten am Freitag Rasmus Paludan mit einem zweijährigen Einreiseverbot, als er versuchte, ins Land einzureisen.

Die geplante Koranverbrennung fand dennoch statt. Mitglieder der rechtsextremen dänischen Partei Stram Kurs zündeten die Heilige Schrift des Islam in einem öffentlichen Park in Rosengård.

Auf einem Video der Aktion ist zu sehen, dass die daran beteiligten Männer den Koran mit Brennflüssigkeit begießen, damit das Buch besser brennt.

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