Sieben Jahre Gefängnis für somalischen Piraten

Zweibrücken – Das Landgericht Zweibrücken hat einen Piraten aus Somalia verurteilt, weil er gemeinsam mit Komplizen einen Öltanker im Roten Meer entführt hat. Dabei haben die Piraten ein Lösegeld von umgerechnet rund elf Millionen Euro erpresst.

Das Gericht verhängte die Strafe gegen den 35-Jährigen am Montag unter anderem wegen eines Angriffs auf den Seeverkehr und erpresserischen Menschenraubes, wie ein Sprecher berichtete. Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre Gefängnis gefordert, die Verteidigung hielt eine Haftstrafe von maximal sechs Jahren für ausreichend.

Der Mann war später als Asylbewerber nach Deutschland gekommen und aufgrund seiner Fingerabdrücke als möglicher Mittäter an der Schiffsentführung im Mai 2012 identifiziert worden. Damals hatten mit Panzerfäusten bewaffnete Piraten den griechischen Öltanker an der Küste vor dem ostafrikanischen Land in ihre Gewalt gebracht. Sie entführten die Besatzung und hielten diese gefangen, bis die Reederei im März 2013 Lösegeld zahlte.

Auch wenn Somalia der Tatort war, konnte der Fall in Deutschland strafrechtlich verfolgt werden. Das gilt für schwere Verbrechen, die sich gegen das Völkerrecht richten oder gegen international geschützte Rechtsgüter. Dazu zählt unter anderem auch Seepiraterie.

Der Verurteilte hatte von dem Lösegeld knapp 80.000 Euro erhalten. Der Richter sagte in seinem Urteil, der Betrag werde jetzt vom Konto des Mannes eingezogen. Komplizen hatten ihn beschuldigt, bei der Entführung einer der Anführer gewesen zu sein. Er selbst hatte ausgesagt, dass er Dolmetscher gewesen sei. Welche Rolle der Mann tatsächlich gespielt hat, konnte in dem Prozess nicht geklärt werden.

Aufrufe: 105

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*