Zusammenstöße in Portland reißen nicht ab

Zunächst wandten sich die Demonstrationen in Portland gegen Rassismus. Jetzt entwickeln sie sich immer mehr zu einem Protest gegen den Einsatz von Bundespolizisten, die US-Präsident Trump nach Oregon entsandt hat.

Bei Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt ist es in der US-Stadt Portland erneut zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte, darunter Beamte der Bundespolizei, setzten Tränengas ein und trieben Ansammlungen von Protestierenden gewaltsam auseinander. Der Einsatz von Bundespolizisten gegen den Willen der örtlichen Behörden der größten Stadt des Bundesstaats Oregon ist heftig umstritten.

Mit Regenschirmen gegen Blendgranaten 

Die Demonstration startete am Freitagabend und verlief zunächst überwiegend friedlich. Die Protestierenden machten Musik, tanzten, bliesen Seifenblasen in die Luft und zündeten Feuerwerkskörper. Doch in der Nacht eskalierte die Situation wie bereits mehrere Male zuvor. Demonstranten schützten sich mit Regenschirmen und Barrikaden vor Blendgranaten. Vor dem Gebäude des Bundesgerichts brannten Feuer. Gegen 23 Uhr schossen die Einsatzkräfte das erste Tränengas in die Menge, gegen 2.30 Uhr räumten sie gewaltsam den Bereich.

Die Entsendung der Bundespolizei nach Portland durch US-Präsident Donald Trump wird scharf kritisiert. Die unabhängige Aufsichtsbehörde im US-Justizministerium hatte am Donnerstag eine Untersuchung angekündigt. Der zuständige Generalinspekteur Michael Horowitz erklärte, sein Büro gehe Berichten nach, wonach Bundespolizisten bei Anti-Rassismus-Protesten mit unverhältnismäßiger Gewalt gegen Demonstranten vorgegangen seien.

Trotz Ablehnung schickte Trump Bundespolizei

Präsident Trump hatte die Bundespolizisten am vergangenen Wochenende nach Portland entsandt, obwohl die dortige Regierung dies abgelehnt hatte. Bei einer Demonstration war auch der Bürgermeister der Westküstenstadt, Ted Wheeler, verletzt worden. Er hatte die Proteste in der Nacht zu Donnerstag besucht und wurde dabei von Tränengas getroffen.

Der Bürgermeister von den Demokraten sprach in der Folge von “urbaner Kriegsführung”. Der Regierung von Präsident Trump warf er vor, mit der Entsendung von Bundespolizisten gegen seinen Willen “in ungeheuerlicher Weise überreagiert” zu haben.

Die Proteste hatten als Teil der landesweiten Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd begonnen und waren Anfang Juli abgeflacht. Seitdem jedoch in der vergangenen Woche der Einsatz von Bundespolizisten in Portland bekannt wurde, setzten die Proteste wieder ein und richten sich nun auch gegen den von Trump angeordneten Einsatz.

nob/ww (afp, ap)

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